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Zustände

Jäger leiden nicht nur unter dem Verlust von Lep. Es gibt eine Reihe weiterer schädlicher, einschränkender oder schwächender Effekte, die wir unter dem Begriff „Zustand“ zusammenfassen. Typische Zustände sind beispielsweise Verbrennung, Fixierung, Vergiftung, Blindheit, Taubheit, Furcht etc. Alle Zustände sind an einen anhaltenden Einfluss gekoppelt. So ist der Zustand „Vergiftung“ an inneren Schaden gekoppelt, der Zustand „Verbrennung“ an äußeren Schaden, der Zustand „Fixierung“ an Lähmung, der Zustand „Furcht“ an Malus. Ein Zustand wird nur dann wirksam, wenn der gekoppelte anhaltende Einfluss mindestens auf Stufe 1 gesetzt wird.

Zustände: Die Kurzregeln

Erleidet ein Jäger einen anhaltenden Einfluss wie z. B. innere oder äußere Schadensstufen, Lähmungsstufen oder Malusstufen, so erhält er gleichzeitig einen Zustand, der den Einfluss genauer definiert, z. B. Vergiftung (innere Schadensstufen), Erfrierung (äußere Schadensstufen), Fixierung (Lähmungsstufen) oder Furcht (Malusstufen). Dieser Zustand beschreibt, wie man die jeweiligen Stufen reduziert und welche Nebeneffekte daran geknüpft sind. Reduziert man Stufen auf 0, so wird auch der daran gekoppelte Zustand automatisch aufgehoben.

Nebeneffekte durch Zustände

Zustände sind nicht nur an anhaltende Einflüsse gekoppelt; sie haben auch oft einen Nebeneffekt, der den Betroffenen meistens noch mehr behindert oder einschränkt. So verbietet beispielsweise der Zustand „Fixierung“ sämtliche Bewegung über das Kampfgebiet. Diese zusätzlichen Auswirkungen werden „Nebeneffekte“ genannt. Nicht jeder Zustand muss zwangsweise über Nebeneffekte verfügen. Der Zustand „Verbrennung“ beispielsweise gibt dem Jäger nur äußere Schadensstufen und hat ansonsten keine Nebeneffekte.

Mehrere Zustände

Ein Jäger kann unter mehreren Zuständen leiden, sogar dann, wenn diese Zustände an denselben anhaltenden Einfluss gekoppelt sind. Alle Nebeneffekte treten gleichzeitig ein. Verursacht ein Angriff einen Zustand, der innere oder äußere Schadensstufen, Malusstufen oder Lähmungsstufen erzeugt, während der Jäger bereits Stufen in dem jeweiligen Einfluss hat, so tritt der neue Zustand erst dann ein, wenn mindestens eine weitere Einflussstufe erzeugt wird.

Beispiel: Klaas leidet unter dem Zustand „Vergiftung“ und hat 2 innere Schadensstufen. Eine Seekreatur will Klaas unter Wasser zerren, damit er zusätzlich unter dem Zustand „Atemnot" leidet. Atemnot ist – wie Vergiftung – an inneren Schaden gekoppelt. Würde es der Seekreatur gelingen, mindestens 1 innere Schadensstufe zu erzeugen, würde Klaas unter Vergiftung und Atemnot leiden. Schafft es die Seekreatur nicht, mindestens 1 innere Schadensstufe zu erzeugen, tritt auch der Zustand „Atemnot“ nicht ein. Hat ein Jäger bereits die maximale Einflussstufe erreicht (meistens 5) und soll einen zusätzlichen Zustand erhalten, so erhält er den weiteren Zustand, wenn 1 Einflussstufe erzeugt werden würde.

Beispiel: Klaas hat 5 innere Schadensstufen und den Zustand „Vergiftung“. Eine Seekreatur attackiert ihn und zerrt ihn unter Wasser. Da ihr Angriff gelang, würde sie normalerweise innere Schadensstufen erzeugen – diese können bei Klaas aber nicht über das Maximum reichen. Dennoch erhält Klaas den Zustand „Atemnot“, weil die Kreatur ja anhand ihrer Erfolge normalerweise innere Schadensstufen erzeugen würde.

Zustände abbauen

Ein Zustand gilt als beendet, wenn der gekoppelte anhaltende Einfluss auf 0 reduziert wird – gleichgültig, auf welche Art das geschieht. Die herkömmlichste Art, anhaltende Einflüsse abzubauen, besteht darin, in Ini 0 eine freie Reduzierungsprobe auszuführen. So lässt der Zustand „Furcht“ beispielsweise in Ini 0 eine kostenlose Probe auf Geistesstärke zu – für jeden Erfolg werden die Malusstufen um 1 reduziert. Aber einige Zustände lassen auch Reduzierungen „von außen“ zu. So können äußere Schadensstufen durch den Zustand „Blutung“ beispielsweise durch eine Probe auf Erste Hilfe reduziert werden. Diese Probe kann der unter einer Blutung leidende Jäger genauso ausführen wie seine Kameraden. Jedoch ist diese Probe nicht „kostenlos“, sondern verbraucht jeweils 2 Ap. Sinkt ein anhaltender Einfluss auf 0, werden alle gekoppelten Zustände abgebaut (somit verlieren auch die Nebeneffekte dieser Zustände sofort ihre Wirkung). Leidet ein Jäger beispielsweise unter Verzauberung und Furcht (beide sind an Malusstufen gekoppelt), so verliert er beide Zustände, sobald er seine Malusstufen auf 0 reduziert. Leidet ein Jäger unter mehreren Zuständen, die auf demselben anhaltenden Einfluss beruhen, aber verschiedene Reduzierungsproben erfordern, darf sich der Jäger aussuchen, welche der möglichen Reduzierungsproben er anwendet.

Mächtige, fordernde und dauerhafte Zustände

Anführer-Gegner können durch bestimmte Umstände besonders starke Zustände erzeugen.
Diese Zustände haben die gleichen Auswirkungen wie „normale“ Zustände, sind aber schwerer zu reduzieren. So würde eine mächtige Verbrennung nicht mehr Schaden anrichten als eine normale Verbrennung, es erfordert aber mehr Aufwand, die Verbrennung loszuwerden. Wir unterscheiden die Zustandsklassen „mächtig“, „fordernd“ und „dauerhaft“, abgekürzt „M“, „F“ und „D“. Die Zustandsklasse wird dem Zustandsnamen vorangesetzt (z. B. mächtige Blindheit, fordernde Vergiftung, dauerhafte Verzauberung). Ein Zustand kann sogar mehrere Klassen aufweisen (z. B. mächtige dauerhafte Taubheit). Oft wird ein normaler Zustand mächtig, fordernd oder dauerhaft, wenn einem Gegner bei einem einzelnen Angriffswurf 5 oder mehr Differenzerfolge gelingen.

Mächtig

Die an einen mächtigen Zustand gekoppelten Einflussstufen werden jeweils nur um 1 pro 2 Erfolge bei der Reduzierungsprobe abgebaut. Leidet der Jäger beispielsweise unter dem Zustand „mächtige Verbrennung“ und würfelt auf einer Unempfindlichkeit- Probe 5 Erfolge, so werden nur 2 äußere Schadensstufen abgebaut. Hat ein Jäger eine mächtige und normale Variante eines Zustands, der auf demselben anhaltenden Einfluss beruht, so gilt für den Abbau die mächtige Variante (d. h. 1 Stufe pro 2 Erfolge).

Fordernd

Um in Ini 0 eine Probe ausführen zu können, die die gekoppelte Einflussstufe reduzieren soll, muss man vor der Probe 1 Coup oder 1 Idee opfern, je nachdem, ob die Reduzierungsprobe auf einem körperlichen oder geistigen Attribut basiert. Hat ein Jäger eine fordernde und normale Variante eines Zustands, der auf demselben anhaltenden Einfluss beruht, so gilt für den Abbau die fordernde Variante (d. h. Probe nur nach Bezahlung).

Dauerhaft

Ein dauerhafter Zustand kann nicht in Ini 0 abgebaut werden; eine entsprechende Reduzierungsprobe ist nicht gestattet. Stattdessen darf der Jäger jeweils einmal pro Regenerationsphase (das erfordert eine spezielle Freizeitaktion) und jeweils zu Beginn des Tages nach einer Nachtruhe eine Reduzierungsprobe ausführen. Dauerhafte Zustände dürfen durch Kräfte anderer Jäger, Elixiere oder sonstige externe Effekte wie üblich reduziert werden. Hat ein Jäger eine dauerhafte und normale Variante eines Zustands, der auf demselben anhaltenden Einfluss beruht, so gilt für den Abbau die dauerhafte Variante (d. h. Reduzierungsprobe nur bei Regenerationsphase). Dauerhafte Zustände gibt es nur in Verbindung mit Malusstufen und Lähmungsstufen.

Zustände reduzieren nach dem Kampf

Die letzte Kampfrunde eines Kampfes muss immer bis Ini 0 durchgespielt werden, auch wenn keine Gegner mehr am Leben sind. Das bedeutet, dass in der letzten Ini-0-Phase noch einmal innere und äußere Schadensstufen zum Einsatz kommen. Danach ist der Kampf beendet und alle anhaltenden Einflüsse und Zustände werden automatisch (ohne Probe) annulliert, es sei denn, man leidet unter einem dauerhaften Zustand.

Publikation: Das Buch der Regeln | Seite 73